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Erste Schritte

Du hast ein managed Twenty CRM bei server.camp bestellt – herzlichen Glückwunsch! Twenty ist ein modernes, quelloffenes Customer-Relationship-Management: Du verwaltest Unternehmen und Kontakte zentral, verfolgst Verkaufschancen über ein Kanban-Board und strukturierst deine Daten flexibel – ohne Vendor-Lock-in. Diese Anleitung führt dich durch die wichtigsten ersten Schritte.

Englische Oberfläche
Twenty ist primär englischsprachig. Wir nennen die UI-Begriffe daher im Original (mit deutscher Erklärung). Eine deutsche Übersetzung der Oberfläche kannst du unter Settings → Experience → Language aktivieren (siehe Profil & persönliche Einstellungen).

Anmeldung: Konto und Arbeitsbereich sind schon da

Sobald deine Twenty-Instanz aufgesetzt ist, legen wir automatisch deinen Account und deinen Arbeitsbereich (Workspace) an. Als Login verwenden wir deine bei der Bestellung angegebene E-Mail-Adresse mit dem initialen Passwort. Einen Onboarding-Assistenten gibt es nicht – du landest direkt in deinem fertigen Arbeitsbereich.

Passwort direkt ändern
Ändere dein Passwort nach dem ersten Login unter Settings → Profile. Bewahre die Zugangsdaten am besten in einem Passwort-Manager wie Vaultwarden auf.

Überblick über die Oberfläche

  • Linke Seitenleiste – die zentrale Navigation: Schnellzugriff auf People (Personen) und Companies (Unternehmen), die Search (Suche, auch per Taste /), Favorites (angepinnte Ansichten), Workflows (Automatisierungen) und die Settings (Einstellungen). Du kannst die Einträge per Drag-and-drop umsortieren.
  • Hauptbereich – hier liegen deine Datensätze und Ansichten.
  • Command Menu – mit Strg + K (Mac: Cmd + K) öffnest du das zentrale Befehlsmenü: neue Datensätze anlegen, CSV importieren/exportieren, Ansichten erstellen, Tastenkürzel anzeigen und mehr.

Grundkonzepte: Objekte, Felder und Datensätze

Twenty organisiert Daten in drei Ebenen:

  • Objects (Objekte) – die Datenkategorien (z. B. Companies).
  • Fields (Felder) – die Eigenschaften eines Objekts (z. B. Name, Branche, Telefon).
  • Records (Datensätze) – die einzelnen Einträge (z. B. „Acme GmbH" als Company-Datensatz).

Standardmäßig sind fünf Objekte angelegt:

  • Companies (Unternehmen) – Firmendaten wie Branche, Größe, Standort.
  • People (Personen) – einzelne Kontakte mit Kontaktdaten und Verlauf.
  • Opportunities (Verkaufschancen) – Deals mit Phase (“Stage”), Volumen und erwartetem Abschlussdatum, standardmäßig als Kanban-Board.
  • Notes (Notizen) – freie Notizen, anheftbar an Datensätze.
  • Tasks (Aufgaben) – To-dos mit Fälligkeit, Zuständigem und Status.

Wie hängt das zusammen? Personen und Unternehmen sind über eine vorgebaute Beziehung verknüpft: Viele People gehören zu einem Company. Notes und Tasks lassen sich an People, Companies und Opportunities anhängen, sodass die gesamte Historie zu einem Kontakt an einem Ort zusammenläuft.


Datensätze anlegen, bearbeiten und verknüpfen

  • Anlegen: über das Command Menu (Strg/Cmd + K) oder direkt in der jeweiligen Objektansicht.
  • Bearbeiten: In der Table view (Tabellenansicht) kannst du Werte direkt in den Zellen ändern (Inline-Editing); ausführlich geht es auf der Detailseite eines Datensatzes.
  • Person mit Unternehmen verknüpfen: Öffne eine Person und wähle im Company-Feld das zugehörige Unternehmen aus (oder lege es direkt neu an). Die Verknüpfung erscheint automatisch auf beiden Seiten – auf der Unternehmensseite siehst du dann alle zugeordneten Personen.

Ansichten (Views)

Jedes Objekt unterstützt mehrere Ansichtstypen:

  • Table – tabellarisch, mit Inline-Editing und anpassbaren Spalten.
  • Kanban – Karten per Drag-and-drop, gegliedert nach einem Auswahlfeld (z. B. die Phase einer Opportunity). Ideal für die Vertriebs-Pipeline.
  • Calendar – Darstellung anhand eines Datumsfeldes.

So passt du eine Ansicht an:

  • Filtern: Button Filter → Feld und Operator wählen → Wert eingeben → Apply. Mehrere Filter werden mit UND verknüpft.
  • Sortieren: Button Sort → Feld + auf-/absteigend. Ein Klick auf einen Spaltenkopf sortiert ebenfalls.
  • Gruppieren: Options → Group → Auswahlfeld wählen.
  • Spalten: über Options → Fields ein-/ausblenden und per Ziehen umsortieren.

Hast du eine Ansicht eingerichtet, speicherst du sie über Save (aktuelle Ansicht aktualisieren) oder Save as new view (neue Variante).


Eigene Felder und Objekte (flexibles Datenmodell)

Twentys große Stärke ist das anpassbare Datenmodell. Du findest es unter Settings → Data Model.

Eigenes Feld anlegen:

  1. Settings → Data Model → Objekt auswählen
  2. + Add Field
  3. Feldtyp wählen (Text, Number, Date, Select/Multi-Select, Relation, Currency, Phone u. a.)
  4. Name und ggf. typ-spezifische Optionen festlegen → Save

Neue Felder sind zunächst ausgeblendet – blende sie in der Ansicht über Options → Fields ein.

Eigenes Objekt anlegen:

  1. Settings → Data Model → + New object
  2. Singular- und Plural-Namen, Icon und Beschreibung vergeben → Save

Das neue Objekt erscheint sofort in der Seitenleiste. Über Relation-Felder verknüpfst du Objekte miteinander (One-to-Many, Many-to-One, Many-to-Many).

Kernprozesse auf den Standardobjekten abbilden
Der E-Mail- und Kalender-Sync funktioniert nur mit People, Companies und Opportunities. Bilde zentrale Vertriebsprozesse daher möglichst auf diesen Objekten ab.

Daten importieren und exportieren (CSV)

Import und Export laufen über das Command Menu (oder das -Menü oben rechts) in der jeweiligen Objektansicht.

Import:

  1. Zum Objekt navigieren (z. B. People) → ⋮ → Import records
  2. Datei hochladen (CSV, XLSX oder XLS)
  3. Spalten den Twenty-Feldern zuordnen (Twenty schlägt ein Mapping vor, das du anpassen kannst)
  4. Fehlerzeilen korrigieren → Confirm
Reihenfolge beim Import beachten
Möchtest du Personen direkt mit Unternehmen verknüpfen, importiere zuerst die Companies – das Unternehmen muss existieren, bevor du es referenzierst. Pro Datei wird genau ein Objekttyp importiert (max. 10.000 Datensätze).

Export: Ansicht mit den gewünschten Spalten einrichten → ⋮ → Export view → CSV speichern. Es werden nur die sichtbaren Spalten exportiert.


Team-Mitglieder einladen

Weitere Nutzer lädst du unter Settings → Members ein – per + Invite (E-Mail-Einladung mit Rollenauswahl) oder über den Invite Link, den du von der Members-Seite kopierst und teilst.

E-Mail-Versand ist anfangs nicht aktiv
Standardmäßig versendet deine Instanz keine E-Mails – Einladungen kommen also zunächst nicht per Mail an. Du hast zwei Möglichkeiten: Teile den Invite Link direkt mit deinen Kolleg:innen, oder richte den E-Mail-Versand selbst im Admin-Panel ein (siehe Admin-Panel und E-Mail-Versand).

Admin-Panel und E-Mail-Versand (SMTP)

Als Administrator kannst du in deiner Instanz zahlreiche Einstellungen direkt in der Oberfläche überschreiben – ohne Server-Neustart und ohne Zugriff auf die Umgebungsvariablen. Du findest sie unter Settings → Admin Panel → Configuration Variables. Dort ist jede Variable mit Beschreibung aufgelistet; Änderungen greifen sofort.

Zugriff aufs Admin-Panel
Das Admin-Panel steht nur Nutzern mit Administratorrechten zur Verfügung – als vorab angelegter Account hast du diese.

E-Mail-Versand aktivieren

Damit Twenty E-Mails versendet (z. B. Einladungen und Passwort-Zurücksetzen), setzt du im Admin-Panel folgende Variablen:

Variable Wert
EMAIL_DRIVER smtp (Standard ist logger – schreibt Mails nur ins Log, versendet nicht)
EMAIL_SMTP_HOST Hostname deines SMTP-Servers
EMAIL_SMTP_PORT meist 587 (STARTTLS) oder 465 (SSL)
EMAIL_SMTP_USER SMTP-Benutzername
EMAIL_SMTP_PASSWORD SMTP-Passwort (bei Gmail/Microsoft mit 2FA ein „App-Passwort")
EMAIL_FROM_ADDRESS Absenderadresse
EMAIL_FROM_NAME Absendername

Weitere Einstellungen

Im selben Bereich lassen sich u. a. Captcha, diverse Limits (z. B. Rate- und Einladungs-Limits) sowie die OAuth-Verbindungen zu Google/Microsoft für den E-Mail- und Kalender-Sync konfigurieren. Einige besonders sicherheitskritische Werte (etwa Verschlüsselungs-Schlüssel und die Datenbank-Verbindung) sind bewusst nicht über die Oberfläche änderbar.


E-Mail- und Kalender-Sync

Twenty kann dein E-Mail-Postfach und deinen Kalender anbinden, um die Kontakthistorie automatisch zu pflegen. Richte das pro Nutzer unter Settings → Accounts → Add account ein:

  • Google (Gmail & Kalender) und Microsoft (Outlook & Kalender) per OAuth, alternativ IMAP/SMTP bzw. CalDAV für andere Anbieter.
  • Nach der Einrichtung synchronisiert Twenty E-Mails und Termine regelmäßig und verknüpft sie mit den passenden Kontakten und Unternehmen.
  • Du kannst die Sichtbarkeit (nur Metadaten bis vollständiger Inhalt) und die automatische Kontaktanlage konfigurieren.
E-Mails verfassen
Twenty zeigt die E-Mail-Historie an, ist aber kein E-Mail-Programm: Zum Antworten leitet es dich in dein verbundenes Postfach (z. B. Gmail/Outlook) weiter. Automatisierte E-Mails sind über die Send-Email-Action in Workflows möglich.

API & Integrationen

Unter Settings → API & Webhooks erstellst du API-Keys (über + Create key – den Schlüssel sofort kopieren, er wird nur einmal angezeigt) und richtest Webhooks ein. Twenty bietet eine REST- und eine GraphQL-API für Datensätze und für das Datenmodell. So lässt sich Twenty mit anderen Tools verbinden – etwa per Node-RED.


Profil und persönliche Einstellungen

  • Profil: Unter Settings → Profile änderst du Anzeigename, Profilbild, E-Mail-Adresse und Passwort (optional mit Zwei-Faktor-Authentifizierung).
  • Sprache, Theme & Formate: Unter Settings → Experience stellst du die Sprache (auch Deutsch), das Erscheinungsbild (hell/dunkel), Zeitzone sowie Datums- und Zahlenformate ein. Änderungen werden automatisch gespeichert.

Noch Fragen?

Falls du Unterstützung beim Einrichten brauchst, erreichst du uns jederzeit unter support@server.camp oder über server.camp/support. Eine ausführliche Anleitung findest du außerdem in der offiziellen Twenty-Dokumentation. Häufig gestellte Fragen beantworten wir auf unserer Produktseite von Twenty CRM.

Twenty entwickelt sich schnell
Twenty wird sehr aktiv weiterentwickelt. Einzelne Bezeichnungen oder Menüpunkte können sich zwischen Versionen leicht unterscheiden – maßgeblich ist die in deiner Instanz installierte Version.